Die Wirtschaftsschule

Wirtschaftsschule konkret - Bayern
Im Gespräch mit Schulleiterin Bärbel Marx.

Die besondere Schule des Landkreises Rosenheim

Es war zweifelsohne ein glücklicher Umstand als der Kreistag des Landkreises Rosenheim 1972 beschloss, die Städtische Handelsschule Kolbermoor zu übernehmen und in Bad Aibling anzusiedeln. Für den Landkreis ein Erfolgsmodell, für die Stadt Bad Aibling ein beachtlicher Gewinn und für die Schule eine erstklassige Heimat.

Die Schule, 1948 als „kaufmännisch-berufliche Schule für begabte Schüler, denen sonst jeder Aufstieg verschlossen bliebe“, gegründet, begann als private Handelsschule und wurde 1964 von der Stadt Kolbermoor übernommen. Zehn Jahre später erfolgte der Umzug in das neuerbaute Schulzentrum nach Bad Aibling. In der Nachbarschaft zu Gymnasium und Realschule entwickelte sich die nun in Wirtschaftsschule umbenannte Handelsschule zu einer profilierten und weit über die Region hinaus anerkannten beruflichen Bildungseinrichtung, die den mittleren Bildungsabschluss verleiht. Damit bietet sie beste Voraussetzungen für die berufliche Ausbildung oder die weitere schulische Laufbahn an Fachoberschule bzw. am Gymnasium.

Als die Zahl der Klassen von 13 auf 20 gestiegen war und das Gebäude aus allen Nähten platzte, erhielt die Wirtschaftsschule pünktlich zum 60. Geburtstag einen modernen, architektonisch sehr gelungenen Anbau, der im Jahr 2009 eingeweiht wurde. Das großzügige, transparente und mit moderner EDV ausgestattete Gebäude bietet den 500 SchülerInnen und LehrerInnen beste Rahmenbedingungen für das Lernen und Arbeiten. Nicht nur Allgemeinbildung, wirtschaftliche und berufliche Fachkompetenz, sondern auch ein hohes Maß an Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz brauchen junge Menschen, um den beruflichen Einstieg und die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Auf der Grundlage eines gemeinsam erarbeiteten Wertekanons werden die jungen Menschen auf ihre berufliche Zukunft optimal vorbereitet und in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert. Unter diesen Aspekten gibt die offene Ganztagsschule Anregungen zur sinnvollen Freizeitgestaltung und unterstützt die SchülerInnen am Nachmittag zuverlässig und kompetent bei ihren Lern- und Hausaufgaben. Einen bedeutenden Schwerpunkt ihres Programms sieht die Schule im Berufswahlprozess. Die schwierige, individuelle Berufsfindung und Lebensplanung wird daher durch vielerlei Maßnahmen auch mit externer Hilfe aus Wirtschaft und Institutionen unterstützt. Hierzu gehört insbesondere das gezielte Kennenlernen externer Lernorte durch Betriebspraktika und Betriebsbesichtigungen. Durch mehrtägige Schulfahrten ins In- und Ausland mit dem Besuch historischer Plätze und politischer Institutionen wird der Blick über Bayerns Grenzen hinaus geweitet und die Gemeinschaft in den Klassen gefördert. Zudem werden im Rahmen von Austauschprogrammen interkulturelle Begegnungen mit Australien und Israel ermöglicht.

Der Übertritt in die vier-, drei- oder zweistufige Wirtschaftsschule ist von allen Schularten in die 7., 8. oder 10. Jahrgangsstufe möglich. SchülerInnen aus dem ganzen Landkreis finden den Weg in die verkehrstechnisch günstig angebundene Schule.

Die Atmosphäre in der Schulgemeinschaft, das offene, individuell unterstützende Klima zwischen Schülern, Lehrkräften und Verwaltung macht die Wirtschaftsschule nicht nur zu einem Ort des Lernens, sondern auch des miteinander Lebens. Inmitten der Schulstadt Bad Aibling, getragen vom bildungsorientierten Landkreis Rosenheim, unterstützt von verantwortungsvollen Eltern und engagierten Lehrern sowie begleitet von der heimischen Wirtschaft wird das Motto der Schule auch für kommende Generationen lauten: Wirtschaftsschule Alpenland – Lernen für das Leben!